Gegen jeden Corona-Rassismus – Menschen sind kein Virus!

Bestehende Problemlagen werden in der Krise noch verstärkt

Die Corona-Epidemie stellt für die gesamte Gesellschaft eine große Herausforderung dar. Im Zuge der aktuellen Krise dürfen wir nicht übersehen, dass diese bereits zuvor existierende Problemlagen vielfach verstärkt. So ist Rassismus zum Beispiel durch die aktuelle Situation keineswegs verschwunden, vielmehr hat in den vergangenen Wochen der anti-asiatische Rassismus in Deutschland enorm zugenommen. Menschen, die einen asiatischen Hintergrund haben bzw. denen ein solcher zugeschrieben wird, werden als personifizierter Virus diffamiert und im öffentlichen Raum tätlich angegriffen. Von gestiegenen Meldungen rassistischer Übergriffe berichten auch die Berliner Antidiskriminierungsberatungsstellen wie das Antidiskriminierungsnetzwerk (ADNB) des Türkischen Bundes in Berlin und Brandenburg.

#Ich bin kein Virus!

So sind Artikel, die über die Gefahren der Epidemien berichten, häufig mit Menschen bebildert, die als asiatisch gelesen werden. Dadurch werden Ressentiments geschürt und Menschen marginalisiert und dies ohne dass ein tatsächlicher Bezug zwischen dem Inhalt und der Visualisierung bestehen würde. Wenig verwunderlich häufen sich nun Berichte, wonach Menschen in ihrem Alltag ob ihrer (vermeintlichen) Herkunft persönlich beleidigt, isoliert oder tätlich angegriffen werden.

Es ist von zentraler Bedeutung für unser Gemeinwesen, den Stimmen und den Forderungen der rassifizierten Menschen zuzuhören und gerecht zu werden. Unter dem Hashtag „#ichbinkeinVirus“ veröffentlichen Betroffene rassistische Vorfälle, die sich seit Beginn der Corona-Epidemie ereignet haben und die (post)migrantische Selbstorganisation „Korientation“, dokumentiert derzeit Fälle rassistischer Berichterstattung.

Ich verurteile diese Entwicklung die Zunahme des anti-asiatischen Rassismus aufs Schärfste

Es ist nicht akzeptabel, dass Menschen, die ohnehin unter den derzeitigen Einschränkungen und Herausforderungen zu leiden haben, sich zusätzlich mit einem diskursiven und gewaltbereiten Rassismus auseinandersetzen müssen. Wir dürfen in der aktuellen Zeit nicht vergessen, dass unsere Gesellschaft nach wie vor Ungleichheiten zementiert und reproduziert. Rassismus und Diskriminierung sind keineswegs Randthemen, die wir in Krisenzeiten ignorieren können, im Gegenteil: Genau jetzt müssen wir noch wachsamer sein und den grassierenden Menschenhass entschieden bekämpfen.

 

Weitere Informationen:

In Berlin gibt es verschiedene Antidiskriminierungsberatungsstellen, an die sich betroffene Menschen wenden können. Dort erhalten sie adäquate Beratung und Unterstützung. Zudem werden die Fälle dokumentiert und dadurch der Rassismus in unserer Gesellschaft sichtbar.

Falls Sie einen rassistischen/ diskriminiertenden Vorfall melden möchten, können Sie dies beim Berliner Register tun.

Wenn Sie von rassistischer Diskriminierung betroffen sind, können Sie sich an das Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (ADNB) wenden.

 

Bildquelle: https://www.instagram.com/ichbinkeinvirus/

 

4 Jahre im Abgeordnetenhaus von Berlin

Seit vier Jahren bin ich Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Mein Kiez ist der Schöneberger Norden, meine Themen sind Antidiskriminierungs-, Queer- und Haushaltspolitik.

Wenn Sie wissen wollen, was die größten Erfolge der letzten vier Jahre in meinen Fachthemen waren, oder wie ich mich auf Landesebene für meinen Bezirk Tempelhof-Schöneberg einsetze, dann schauen Sie sich meinen Beitrag „4 Jahre im Abgeordnetenhaus von Berlin“ an.